Mein Tipp für deine Gewerbeanmeldung

Willst du nebenbei oder in Vollzeit mit selbstständiger Arbeit Geld verdienen? Dann musst du ein Gewerbe beim Gewerbe-, Ordnungsamt deiner Stadt anmelden. Das ist recht einfach. Du füllst dort das entsprechende Formular aus. In diesem machst du Angaben zu deiner Person, Betriebsstätte, Tätigkeit und ob du sie in Voll-, oder Teilzeit ausüben möchtest. Das Feld in dem du dein Gewerbe beschreibst, bietet mehr Platz als die anderen auf dem Formular und du solltest ihn nutzen. Du darfst nämlich nur Tätigkeiten ausüben und in Rechnung stellen, für die du ein Gewerbe angemeldet hast. Es wird aber mit Sicherheit nicht exakt bei dem bleiben, was du am Anfang geplant hast. Ergibt sich kurz nach dem Start dann eine neue geschäftliche Möglichkeit, musst du erneut zum Gewerbeamt und deine Anmeldung ändern/erweitern. Jede Änderung deiner Gewerbeanmeldung kostet dich Zeit und die veranschlagte Gebühr.
Deshalb überlege dir vorher genau, was sich alles aus deiner geplanten Tätigkeit ergeben kann. Beschreibe dann deine geplante Tätigkeit nicht zu spezifisch, sondern halte es allgemein. Möchtest du an der Bar eines Club arbeiten, schreib nicht einfach „Barkraft“ auf deine Gewerbeanmeldung. Überlege, welche Aufgaben du nach der Einarbeitung noch in dem Club übernehmen könntest. Formuliere deshalb deine Tätigkeiten bei der Anmeldung allgemein. So kannst du ohne Probleme auch an der Garderobe aushelfen, Künstler betreuen oder im Büro arbeiten und z.B. Dienstpläne erstellen oder Bestellungen aufgeben. Auch wenn es nicht gerne gesehen wird, die Rechnung für solche Arbeiten kann auch für Stunden an der Bar geschrieben werden. Es wird aber für die Buchhaltung des Clubs schnell schwierig, alle deine geleisteten Stunden unter „Bardienst“ zu verbuchen. Meine Gewerbeanmeldung wurde seit 2010 einmal kontrolliert. Dabei haben die Beamten ganz genau hingeschaut, was ich in meinem Laden verkauft habe und ob es zu dem von mir angemeldeten Gewerbe passt. Stress, und im schlimmsten Fall ein Bußgeld, kannst du dir sparen, wenn du bei der Anmeldung schon im Sinn hast, was sich alles aus deiner Tätigkeit ergeben kann. Ausserdem ist es immer gut, gleich schon etwas größer zu denken. Gerade, wenn du Vollzeit in die berufliche Selbstständigkeit gehst, bleibt dein Geschäftsmodell selten bei dem, was du dir am Anfang vorgestellt hast. Das ist nichts Negatives. Im Gegenteil. Bist du erstmal aktiv und bildest dein Netzwerk, kommt schnell eins zum anderen. So ergeben sich neue Möglichkeiten dein Tätigkeitsfeld auszubauen. Ich habe einen kleinen Laden eröffnet, mit einem Kunden dann ein Magazin gegründet und bin darüber zu Werbung und Events gekommen. Diese Sprünge waren etwas zu groß, um sie bei der ersten Gewerbeanmeldung alle vorherzusehen. Ich musste sie aber bisher nur einmal erweitern. Schreibe nicht einfach „Barkraft“ oder „Fliesenlegerin“ in deine Anmeldung. Nimm Begriffe wie Veranstaltungsorganisation oder Baugewerbe. Sie sind so allgemein, dass du fast alles aus dieser Sparte damit abdeckst. Bei der Gewerbeanmeldung sind vom Amt keine festen Begrifflichkeiten vorgegeben. Hüte dich also davor, deine geplante Tätigkeit zu genau zu beschreiben und einzugrenzen. Du weißt nicht wohin sich dein Geschäftsmodell entwickelt. Benutze allgemeine Begriffe um deine Tätigkeit zu beschreiben um ein möglichst breites Spektrum an Ausbaumöglichkeiten schon im Voraus abzudecken. Das spart dir eine kostenpflichtige Erweiterung deiner Gewerbeanmeldung und bietet dir Flexibilität bei der Entwicklung.

Weitere Informationen zu deiner Gewerbeanmeldung findest du im Gründerlexikon und bei Wikipedia.

Hast du Fragen dazu, schreibe sie mir gerne in die Kommentare.