Christian Lindners Wutrede

Christian Lindner ist für seine emotionalen Redebeiträge bekannt. Deshalb ist er wohl auch Dauergast in nahezu jeder Talkshow. Bei ihm und seiner FDP ist sympathisch nicht das Wort meiner Wahl. Sein spontaner Ausbruch während einer Rede im Landtag in NRW war jedoch sehr passend. Diskutiert wurde das Thema Gründung von Unternehmen in der Digitalwirtschaft. Christian Lindner hat selbst Erfahrung als Gründer und auch mit Misserfolg. Dies nutzte ein Mitglied der SPD für einen abfälligen Zwischenruf. Auf diesen folgte eine spontane und emotionale Wutrede Lindners. Vieles von dem was er darin sagte kenne ich aus eigener Erfahrung. Beruflicher Selbstständigkeit oder dem Wunsch danach, wird in Deutschland oft negativ begegnet. Gründung gilt als risikoreich und der Pioniergeist wird wenig gewürdigt. Ein lebenslanges, vermeintlich sicheres, Angestelltenverhältnis scheint erstrebenswerter. In den USA z.B. teilen diese Sichtweise die Wenigsten. Dort ist das Ziel nahezu aller arbeitenden Menschen die Gründung einer eigenen Firma. Dort sieht man scheitern auch nicht als Katastrophe, sondern als Schritt auf dem Weg zum Ziel. Zudem sind die bürokratischen Hürden einer Firmengründung sehr viel geringer als in Deutschland. Kaum verwunderlich also, dass die Zahl der Neugründungen dort um ein vielfaches höher ist. Natürlich ist dies ein verkürzter Vergleich in den komplexe gesellschaftlichen und wirtschaftspolitische Aspekte hineinspielen. Jedoch begegnen mir die beschrieben Unterschiede und die im Video genannten Punkte immer wieder. Auch wenn ich kein Fan von Christian Lindner und der FDP bin, hat er hier den Nagel auf den Kopf getroffen.